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Karategeschichte

Funakoshi

Karate (japan.: kara = leer, te = Hand) entstand vor mehr als tausend Jahren im Kloster Shaolin in China. Diese Körperschule wurde dort weiterentwickelt und als Shaolin-Kampfkunst bekannt. Es ist eine Methode, fast jeden Teil des Körpers sowohl als natürliche Waffe wie auch als Abwehrinstrument zu gebrauchen. Die Chinesen brachten si e später nach Okinawa, wo sie sich mit den Kampftechniken dieser Insel vermischte. Als auf Okinawa der Waffenbesitz durch die Feudalherrscher verboten wurde, förderten die Herrscher ungewollt die Entwicklung des Kämpfens mit leeren Händen zur Selbstverteidigung. Aufgrund der chinesischen Herkunft wurde es "Karate" genannt mit den Schriftzeichen, die wörtlich "chinesische Hand" besagen.

 

Der moderne Meister dieser Kunst, Gichin Funakoshi, änderte die Schriftzeichen in der Weise, daß sie nunmehr "leere Hände" bedeuten. Funakoshi wählte die Bedeutung bewußt wegen ihres Sinngehaltes in der zen-buddhistischen Philosophie.

Für den Meister war Karate eine Kampfkunst, gleichzeitig aber auch ein Weg (Do), den Charakter zu formen: "So wie die blanke Oberfläche eines Spiegels alles wiedergibt, was vor ihm steht, wie ein stilles Tal selbst den schwächsten Laut weiterträgt, soll der Karateschüler sein Inneres leermachen von Selbstsucht und Boshaftigkeit, um in allem, was ihm begegnen könnte, angemessen zu handeln." Das ist mit "kara" oder "leer" im Karate gemeint.

Karate wurde in der japanischen öffentlichkeit erstmals 1922 demonstriert. Funkoshi war zu der Zeit Professor an der Pädagogischen Hochschule von Okinawa. Er wurde aufgrund der beeindruckenden Darstellung gebeten, in Tokio zu unterrichten. So lehrte Funakoshi, anstatt nach Okinawa zurückzugehen, an mehreren Universitäten, bis er 1936 das Shotokan-Karate gründen konnte.

Die JKA (Japan Karate Association) wurde 1955 mit Funakoshi als Chefausbilder ins Leben gerufen. Masatoshi Nakayama wurde 1913 in Japan geboren. Er begann unter Funakoshi sein Karatestudium, wurde 1955 Chefausbilder der JKA und erhielt den 8. Dan.

Erst um die Jahrhundertwende also wurde die Kriegskunst Karate, die lange im Geheimen geübt wurde, bekannter. Mit der Einführung von Regeln wurde die Möglichkeit des sportlichen Wettkampfes geschaffen, wobei viele traditionelle Werte und Inhalte des Karate verlorengingen. Zugleich wurde auf den geistig-moralischen Aspekt größten Wert gelegt. Die Entwicklung des Karate zu einer lehr- und lernfähigen Methode wurde ein Weg (Do) der inneren und äußeren Vervollkommnung der Persönlichkeit.

Es ist trotz der hohen Effizienz und Wirksamkeit der Techniken nicht der Sieg über andere, der hier im Vordergrund steht, sondern immer nur der Sieg über sich selbst. Shotokan-Karate ist keine Kontakt-Sportart. Jeder "Treffer" wird einige Zentimeter vor dem Körper des Partners abgestoppt.